Straubinger Boxer bei Bayerischen erfolgreich
Trainer Dumitrescu: „Bin stolz auf meine Jungs“

(is) „Wir haben hart trainiert und das hat sich jetzt bei der bayerischen Meisterschaft in Eichstätt ausgezahlt“, so Marian Dumitrescu, Trainer von Rudin Kafli und Kenan Spahiu beim Boxclub Straubing. „Kenan muss eventuell wieder eine Gewichtsklasse nach unten gehen. Ich war in Eichstätt mit seiner Kampfleistung im Finale nicht so zufrieden“, so Boxclub-Vorsitzender und Landestrainer Hans Buchmeier. „In der Rundenpause beim Finale musste ich ihm arg die Leviten lesen, denn er ließ sich von seinem extrem unsauber boxenden Gegner so anstecken, dass das kein Boxen, sondern mehr Schlägern war.“

Am vergangenen Wochenende fanden in Eichstätt die bayerischen Meisterschaften der Jugend statt. Die zwei Straubinger Jungs Rudin Kafli  im Halbweltergewicht der Jugend und Kenan Spahiu im Mittelgewicht der Jugend konnten mit Medaillen heimfahren. Mit einem sauberen Punktsieg im Halbfinale schickte Rudin Kafli Philipp Bitzenbauer vom BC Eichstätt aus dem Ring. Im Finale hatte er dann gegen Rene Aschenbrenner vom SV Pocking großes Pech. Für das schlacksige Talent des Boxclubs Straubing stand es nach Beendigung der dritten Runde 10:10. Ein einziger Hilfspunkt machte seinen Gegner zum Goldjungen. Aber Rudin Kafli muss deswegen nicht traurig sein. Mit seinen bis jetzt fünf Kämpfen bayerischer Vizemeister zu werden, ist durchaus ein Grund zur Freude. „Er hat toll geboxt. Dass mit dem Hilfspunkt ist ärgerlich, aber Rudin ist jetzt für die süddeutsche Meisterschaft nominiert. Auf die trainieren wir jetzt hin. Vielleicht springt auch dort am Ende eine Medaille raus“, so Marian Dumitrescu.

Besser lief es für Kenan Spahiu. Im Halbfinale zeigte er gegen Flamur Mehmeti vom ASV Cham ganz klar, dass er der Herr im Ring ist. Im Finale gegen Zelimhan Dadaev von den Kickers Würzburg zeigte der Würzburg einen sehr schlechten Boxstil, dem sich der Straubinger Spahiu anschloss. Dies führte dazu, dass sich Hans Buchmeier in der Rundenpause seinen Schützling zur Brust nahm und ihm klar sagte, dass das so nicht geht. Die Worte zeigten Wirkung. Denn von da an sahen die gut 500 Zuschauer einen Kenan Spahiu wie man ihn kennt: sauber boxend, gut deckend und den Gegner unter Druck setzend. Die Belohnung war die Goldmedaille. Für Kenan Spahiu ist bei der Bayerischen bis jetzt noch Schluss. Ab nächsten Jahr besitzt er die deutsche Staatsbürgerschaft und kann dann auch in den folgenden Meisterschaften wie süddeutsche und deutsche antreten.


Hans Buchmeier, Vorsitzender des Boxclubs Straubing im aktuellen Interview

Rückblick, Vorschau und Aufklärung

 Herr Buchmeier, nun ist die erste Saison des Boxclubs Straubing in der 1. Bundesliga vorbei. Wie sieht Ihre Bilanz aus?

 Hans Buchmeier: „Mit dem sportlichen Verlauf der Ligasaison bin ich sehr zufrieden. Meine Athleten haben den Einstieg in die 1. Bundesliga sehr gut gemeistert. Das Ziel, nicht Letzter zu werden, wurde erreicht.  Die Terminabstimmung von Seiten des Deutdschen Amateur-Box-Verbandes (DBV) war äußerst schlecht. Hier besteht für die nächste Ligasaison Optimierungsbedarf."

 Durch die "World Series of Boxing" (WSB) wurden die Straubinger bei zwei Kampfterminen geschwächt, weil Edgar Walth und beim verlegten Kampf gegen Berlin am 18. Februar auch Denis Radovan fehlten. Wie kann das sein, dass hier von den Verantwortlichen des DBV so massiv in den Ligabetrieb eingegriffen wird?

 Hans Buchmeier: „Als das Thema WSB nach der Festlegung der Bundesligatermine thematisiert wurde, dachte ich - aus Bescheidenheit heraus, das betrifft unseren Verein nicht. Dass unser Verein gleich in zwei Gewichtsklassen betroffen sein wird, konnte nicht vorhergesehen werden, sonst hätte ich mich in die Terminabsprachen besser eingebracht. Ob das etwas gebracht hätte, sei erst mal dahin gestellt. Ich denke, für die Verantwortlichen des DBV kam die WSB etwas überraschend. Das Problem bei der WSB ist hauptsächlich, dass es sich hier um geänderte Gewichtsklassen handelt. So muss der Athlet bei der WSB zum Beispiel in der einen Woche über fünf Runden á drei Minuten boxen und eine Woche später in der Liga über drei Runden á drei Minuten. Ein so schnelles Umstellen geht da gar nicht. Kondition und Kraft werden unterschiedlich eingeteilt. Sehr gut zu sehen war dies beim Kampf von Edgar Walth gegen Denis Makarov in Velbert. Ab Beginn der dritten Runde hatte Edgar seinen Gegner im Griff, in der WSB hätte Walth gewonnen, in der Liga war der Kampf aus. Außerdem standen dem DBV nicht so viel Athleten pro Gewichtsklasse zur Verfügungen, wie er glaubte."

 Die Platzierungskämpfe gegen Berlin fielen aufgrund von Missverständnissen aus. Wie kam es dazu? Warum war Berlin trotz aller Bemühungen Ihrerseits nicht bereit, am 25. Februar in Straubing anzutreten?

 Hans Buchmeier: „Ich denke, dies waren keine Missverständnisse, sondern ich behaupte, dass es vorsätzlich war. Ausgangssituation war wieder einmal die WSB. Ich habe den Verantwortlichen von Hertha BSC um eine Terminverschiebung des Hinkampfes am 18. Februar gebeten, nachdem Edgar Walth und Denis Radovan für die WSB nominiert waren. Nachdem nun noch mal nachgefragt wurde, ob es nun mit der Terminverschiebung klappt, hatte Hertha BSC den Wettkampf in Berlin abgesagt. Gleichzeitig ging Berlin davon aus, wenn der Heimkampf nicht stattfindet, so brauchen  sie am 25. Februar auch nicht nach Straubing fahren. Nach mehreren Telefonaten konnte dies nicht mehr geklärt werden. Hier handelt es sich um ein äußerst unsportliches Verhalten seitens Berlin. Außerdem sind hier die letzten Worte noch nicht gesprochen.“

 Der Boxclub Straubing bewirbt sich als Bundesstützpunkt. Wie weit ist das schon fortgeschritten? Welche Vorteile entstehen für den traditionsreichen BC?

 Hans Buchmeier: „Hier geht es momentan in den Endspurt. Der BC Straubing muss bis 20. März 2012 die offizielle Bewerbung für den Bundesstützpunkt abgeben. Diverse Vorbesprechungen haben stattgefunden. Die Entscheidung wird nach Olympia 2012 fallen. Bei der Einrichtung eines Bundesstützpunktes kann Leistungssport auf höchstem Niveau betrieben werden und unsere Athleten zielgerichtet und leistungsorientiert auf den Hochleistungssport vorbereitet werden. Die Rahmenbedingungen für die Athleten können professionell organisiert und gestaltet werden.“

 Die neue Bundesligasaison beginnt im Oktober/November. Bleibt die Mannschaft in ihrer jetzigen Form? Wie sehen Ihre Pläne aus?

 Hans Buchmeier: „Nach der Liga ist vor der Liga. Wir werden wieder mit der ziemlich gleichen Mannschaft an den Start gehen. In zwei  Gewichtsklassen werden wir uns verstärken. Die Verhandlungen laufen bereits. Das Ziel für die nächste Saison ist, unter den ersten drei zu sein. Muss auch so sein, um als nächstes unsere Vision  "Deutscher Mannschaftsmeister im olympischen Boxen" zu werden erfüllen zu können.“ 


 

Vorläufiger Terminplan des BC Straubing 2012:

Sonntag, 29. Januar, 14 Uhr: integrativer Kinderfasching.

Samstag, 4. Februar, 14 Uhr: Ostbayerische Meisterschaft.

Samstag/Sonntag, 11./12. Februar: Südbayerische Meisterschaft in Fürstenfeldbruck.

Samstag, 11. Februar: Auswärtskampf in der 1. Bundesliga BC Velbert vs. BC Straubing.

Samstag, 18. Februar: Platzierungskampf in der 1. Bundesliga (Gegner steht noch nicht fest; auswärts).

Samstag, 25. Februar: Platzierungskampf in der 1. Bundesliga (Gegner steht noch nicht fest; zuhause).

Freitag, 2. März, 20 Uhr: Jahreshauptversammlung.

Samstag/Sonntag, 3./4. März: Bayerische Jugendmeisterschaft in Eichstätt.

Samstag, 10. März, 19 Uhr: Starkbierfest.

Samstag/Sonntag, 16./18. März: Auswärtsstart in Mecklenburg-Vorpommern.

Samstag, 11. August, 14 Uhr: Kampf im Gäubodenvolksfest.

Sonntag, 19. August, 19 Uhr, Kampf im Gäubodenvolksfest.

Oktober: Beginn der Bundesligasaison 2012/2013.

Sonntag, 16. Dezember, 17 Uhr: Weihnachtsfeier, Schloss Steinach.

Alle Veranstaltungen finden in der Ejadonhalle, Ejadonstraße 45, 94315 Straubing, statt
 

 



Der neue Vorstand des Boxclubs Straubing : Hans Szabo, Walter Seckel, Sepp Schwarz, Rudi Klobassa, Ludwig Ass, Hans Buchmeier, Willi Raith, Gerhard Grassl und Klaus Binöder (von links), vorne Anja Hippmann und Manuela Hiegeist; es fehlen die zwei Schatzmeisterinnen sowie die Kassenprüfer und Schriftführerin Iris Ernst. Foto: is

Boxclub mit neuen Gesichtern im Vorstand
Jahresversammlung in zur Box-Arena umgebauten Ejadonhalle
„Was wir in den letzten Jahren aus dem Box-Club gemacht haben, ist ein Verdienst aller Mitglieder. Der Umbau der Ejadonhalle zur Box-Arena ist ein Höhepunkt des Vereins. Aber besonders stolz bin ich natürlich auf unsere Straubinger Athleten. Edgar Walth und Klemens Ruder, die beide in unserer Mannschaft in der zweiten Bundesliga boxen, und auf die beiden Nachwuchsboxer Kenan Spahiu und Lukas Schmidt, die vor kurzem bei den bayerischen Meisterschaften erfolgreich waren“, so begrüßte Hans Buchmeier die zahlreichen Mitglieder des Boxclubs Straubing zur Jahresversammlung mit Neuwahlen im „Olympia-Stüberl“ in der ehemaligen Ejadonhalle und hob besonders die beiden anwesenden Ehrenmitglieder Sepp Schwarz und Werner Heinrich hervor.

Ein Rückblick zeigte, wie erfolgreich der BC Straubing im Jahr 2010 war. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga mit einer eingeschworenen Mannschaft war einmalig. Fast die gleiche Mannschaft bestreitet in der Saison 2010/2011 auch die Liga-Kämpfe. Auch die auswärtigen Boxer stehen hinter dem Verein, so Vorsitzender und Landestrainer Hans Buchmeier, der auch gleich einen Ausblick auf das Kommende gab. So wird alles daran gesetzt, um Straubing zum Bundesstützpunkt zu machen. Schlag auf Schlag geht es in diesem Jahr mit den Box-Veranstaltungen. So findet am 5. März um 20 Uhr in der 2. Bundesliga der Kampf gegen Babelsberg statt. Gegen Seelze geht es am 2. April und am Karsamstag wird Nordhausen zu Gast sein. Am 23. Juni beginnt die deutsche Jugendmeisterschaft in der Ejadonhalle. Im Frühlingsfest geht es gegen die Landesauswahl Hessen, in Mötzing wird am 4. Juni und in Schwimmbach am 28. Juni geboxt. Die Boxveranstaltungen im Gäubodenvolksfest sind feste Traditionstermine. Neu im Terminkalender des Boxclubs ist das Turnier „Olympische Hoffnung des Südens“. Die Jahrgänge 1997/98 sind hier gefordert und werden sich zu empfehlen wissen. Ein Höhepunkt 2011 wird die Einweihung der Box-Arena am 3. Oktober sein, an dem auch der Gründungstag und 80-jähriges Bestehen des Boxclubs Straubing mit Weihe der Standarte gefeiert wird.
Die anschließenden Neuwahlen für vier Jahre gingen schnell und einstimmig über die Bühne. Die „alte“ Vorstandschaft wurde entlastet. Die Kassenprüfer bescheinigten Schatzmeisterin Birgit Krause einwandfreie Arbeit. Vorsitzender und Stellvertreter blieben Hans Buchmeier und Klaus Binöder. Der restliche Vorstand ist fest in Frauenhand: Schatzmeisterinnen sind Birgit Krause und Stephanie Gmeinwieser, Schriftführerinnen Iris Ernst und Anja Hippmann. Das Ringkommando obliegt Hans Szabo, ohne den der einwandfreie Aufbau des Rings nicht möglich wäre. Unterstützt wird er von Walter Seckel und Willi Raith. Als Kassenprüfer stellten sich wieder die sehr erfahrenen Werner Heinrich und Willi Rösch (in Abwesenheit) zur Verfügung. Beisitzer des Vorstands sind Ludwig Ass, Sepp Schwarz, Rudi Klobassa und Gerhard Grassl, der auch Webmasters der Homepage des BC Straubing ist. Auch im Ausschuss für Feste und Ehrungen ist mit Manuela Hiegeist ein neues Gesicht. Klaus Binöder, Sepp Schwarz, Ludwig Ass und Gerhard Grassl machen den Ausschuss komplett.
Eine harmonische Jahresversammlung, bei der alle noch lange zusammen saßen, ging so zu Ende.

Bericht Iris Ernst